Kultur-„Politik“ der Städte

Kultur ein weiter Begriff, dem man vieles unterordnen kann. Der Deutsche Städtetag hat kürzlich ein Positionspapier „Standortfaktor Kultur“ beschlossen (s. in „Städtetag aktuell“ 1/14). Wichtiges daraus sei  hier kurz referiert, zunächst die Aufzählung möglicher kultureller Angebote einer Stadt.

„Zur öffentlich getragenen kulturellen Infrastruktur gehören Einrichtungen der kulturellen Bildung, wie zum Beispiel Bibliotheken, Musikhochschulen, Volkshochschulen, Jugendkunstschulen, kulturpädagogische Einrichtungen, soziokulturelle Zentren sowie Produktions- und Arbeitsstätten der freien Szenen. Zudem gibt es Einrichtungen, die sich in weitestem Sinne mit der Geschichte der Stadt befassen, wie zum Beispiel historische Museen mit der Kunst- und Kulturgeschichte, Archive mit der schriftlichen Überlieferung und Denkmalschutzbehörden mit dem baulichen Erbe. Der geistigen Infrastruktur und der Kunstförderung  einer Stadt dienen insbesondere Theater, Kunstmuseen, Orchester, Produktions- und Arbeitsstätten der freien Szene und Kulturveranstaltungen in Form von Festivals, Ausstellungen, Stadtteilkulturarbeit und zahlreiche andere Formen.“

Aufgabe der Stadt ist es gemäß dem Positionspapier, eine angemessene kulturelle Infrastruktur zu schaffen. Diese „Kultur von der Stadt“ sei Voraussetzung, dass sich eine „Kultur in der Stadt“ entwickeln kann.

Infrastruktur wird ebenfalls sehr weit gefasst. Natürlich müssen Theater, Museen, Jugendmusikschulen und andere Bildungseinrichtungen erhalten und gepflegt werden. Als sekundär wichtig werden aber auch Verkehrsanbindungen, ausreichende Kinderbetreuungseinrichtungen und Erholungs- und Freizeitangebote angesprochen. Für die künstlerisch-kreative Entwicklung sei ganz allgemein ein genügender Freiraum zu fördern.

In Zeiten knapper kommunaler Finanzmittel hat man diskutiert, ob und wie stark sich ein reges Kulturleben auf die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt auswirkt, ob sich also Kulturförderung rentiert (sogen. „Umwegsrentabilität“). Ohne Zweifel ist eine gesunde und anregende Kulturszene ein bedeutender „weicher“ Standortfaktor bei der Ansiedlung von Fachkräften, dann aber auch von ganzen Wirtschaftsbetrieben.

Schließlich sei es allgemeine Erkenntnis, dass eine vielfältige kulturelle Infrastruktur neben der Wirtschaftspolitik auch die Sozialpolitik unterstütze. Auch das ist klar: Integrationsbemühungen zum Beispiel laufen über Sprachförderung, Musizieren, gemeinsames Theaterspielen, sehr viel über die oben ja auch erwähnten Vereine, besonders wenn sie die Jugend fördern, kurz: über Vermitteln von Kultur.

Nicht  zuletzt sei die kulturelle Bildung ein unverzichtbarer Teil einer ganzheitlich verstandenen Bildung.   -sei-

(Hervorhebungen durch den Referenten)


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